Penultimo – ins Priorat und zurück 2024 Teil 2 – 24.04.2024

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Penultimo – ins Priorat und zurück 2024

Teil 2 – 24.04.2024

Es geht los… Das Auto ist soweit gepackt, nur ein paar von Yvonnes Sachen und sie selbst fehlt noch, einen Teil ihres Gepäcks hatte sie bereits vorher gebracht. Zu cirka um 9.00 Uhr haben wir uns verabredet, aber dann ruft sie an und sagt, es könne etwas später werden bei ihr.

Ich lümmele mich noch mal auf dem Sofa lang und schmuse mit Findus. Gemeinsam harren wir der Dinge, die da kommen. Aber erst gegen 11.00 Uhr klingelt es dann bei mir. Mit etwa zwei Stunden Verspätung geht es los, zwei Stunden, die wir wohl nicht aufholen werden an diesem Tag.

Ich hatte eigentlich vorgesehen, zu Mittag am Rasthof Gotha einzukehren, weil ich dort mehrfach recht gute Erfahrungen mit dem Essen gemacht hatte – es gab immer was mit Thüringer Klößen – ja, wenn man schon mal durch Thüringen rollt, könnte man sich das gönnen…

Aufgrund unseres verspäteten Startes halten wir am Autohof Eisenberg, um noch mal einen Schluck nachzutanken und um einen Imbiß dort zum Mittag zu nehmen – in früherer Zeit hatten wir auch hier nicht die schlechtesten Erfahrungen gemacht, aber es muss wohl einen Betreiberwechsel oder zumindest neues Personal geben. Unsere lauwarmen Nudeln dieses Mal schmecken uninspiriert und das Essen macht keinen Spaß. Es wird wohl das letzte Mal gewesen sein, hier zum Imbiss anzuhalten. Klar wird alles teurer, aber muss es deswegen auch zusätzlich noch schlechter werden?

Auf der A9 wie auch auf der A4 rollt es gemütlich die Autobahn lang, nur das Wetter zeigt sich nicht von der sonnigen Seite, es ist kühl und es regnet immer mal wieder. Vor Bad Hersfeld machen wir einen ersten Fahrerwechsel, Yvonne übernimmt und weiter rollt es durch das immer wieder verregnete Land. Baustellen halten immer wieder etwas auf und im Großraum Gießen – Wetzlar geht es nur schleppend voran. Auch auf der Strecke nach Limburg fuhr es sich schon mal besser. Noch einmal tanken wir vor Limburg einen Sicherheitsschluck nach, um sicher mit so ziemlich leerem Tank in Luxemburg einzurollen, da wir auf wie immer dort günstigere Preise hoffen.

Die Spritpreise in Deutschland haben ja wieder deutlich angezogen und auch in Frankreich erwarten uns keine günstigen Preise mehr. Umso wichtiger ist das wohlüberlegte Tanken auch in diesem Jahr.

Ich übernehme wieder das Lenkrad. Auf der Strecke von Limburg nach Koblenz haben wir dieses Mal Glück mit dem nicht übermäßig starken Verkehr und hinter Koblenz wird es wie erwartet wieder ruhiger. Aber auch hier verderben lange Baustellen das schnelle Vorankommen.

Es scheint, als habe auch Deutschland vor, sein Land größer zu machen, genau wie Frankreich, das mit genereller Geschwindigkeitsreduzierung bei gleichzeitig immer verstärkterem Blitzereinsatz dafür sorgt, dass man einige Stunden Fahrzeit mehr braucht. In Deutschland gibt es stetig mehr ewig lange Baustellen, auf denen man in aller Regel nie jemanden arbeiten sieht. Auch 2024 braucht es seine Zeit, dieses Land hinter sich zu lassen…

Vor Luxemburg zückt Yvonne das Handy und macht ein paar Fotos aus dem Auto heraus. Auch wenn wir nur einen kleinen Imbiss genommen haben statt der richtigen Gaststättenpause, haben wir nichts an Zeit gutmachen können. Im Gegenteil, durch die vielen Baustellen dauert es länger als erhofft und dabei hatten wir nicht einmal wirkliche Staus.

 

 

Es ist noch genug Sprit im Auto, um nicht bereits in Wasserbillig tanken zu müssen, wir fahren noch durch Luxemburg und tanken erst in Berchem vor der französischen Grenze, kurz vorher kündigt das Auto an, auf Reserve geschaltet zu haben. Alles richtig gemacht. Um die 40 Liter zu etwa 30 Cent weniger pro Liter, das ist schon ein ernstzunehmendes Argument, wenn man auf das Budget achten muss.

Lange wird es nicht mehr hell sein, das verspätete Loskommen rächt sich damit, dass wir erst im Dunklen bei Toul die Autobahn verlassen. Und auch auf der französischen Autobahn kommen wir leider nur schleichend voran, nicht wegen zu viel Verkehr, aber wegen zunehmenden Geschwindigkeitseinschränkungen. Gleich hinter der Grenze und auch um Metz herum heißt es mit Strich 70 über die Autobahn zu dümpeln, will man kein teures Ticket riskieren. Allerdings haben wir auch den Eindruck, dass nur wir und andere Ausländer sich wirklich daran halten. Wahrscheinlich wissen die rasenden Franzosen, wann sie schnell eine Vollbremsung hinlegen müssen…

Wir aber wollen uns nicht darauf einlassen und nehmen die Schleichschikanen grummelnd in Kauf. An einem Autobahnparkplatz aber wollen wir auch nicht biwakieren, zumal immer mehr vor möglicher Kriminalität auf derlei Parkplätzen gewarnt wird. Ich habe einen Platz im Auge, den ich 2022 bei meiner Rückfahrt vom Priorat entdeckt hatte. Da es nun aber dunkel ist, heißt es, wachsam zu sein. Und tatsächlich finde ich den Platz.

Das Auto steht abseits der Straße gut versteckt, der Platz sieht gut aus, nur dass es just wieder beginnt, zu regnen, stört natürlich. Zum Platz gehört auch eines dieser historischen Waschhäuser, welches wir begutachten und feststellen, es eignet sich, um dort unter dem Dach zu schlafen und es gibt sogar eine Bank zum Sitzen, nur keinen Tisch. Aber draußen im Regen sitzen zum Essen wollen wir auch nicht. Also alles Nötige schnell in das Waschhaus schaffen und dann machen wir es uns dort gemütlich.

Ich habe noch was zum Essen, was nur noch warm gemacht werden muss, großartiges Schnippeln und Kochen kann also entfallen. Es gibt Spargel und Kartoffelstücken in Creme Fraiche Soße, was vom Vortag übrig geblieben ist. Und dazu habe ich einige Weinflaschen mit Weinen aus meiner Selektion, in denen noch gut was drin ist – ich hatte sie für eine Verkostung mit zwei Künstlerinnen geöffnet, um ihnen mein Portfolio zu zeigen. Denn am 31.05.2024 werde ich bei einem Event im Coswiger Simonettihaus einige meiner Weine anbieten dürfen.

Der Ekiar 2018 von Ficaria Vins – ein reinsortiger Macabeu aus alten Reben macht sich gut zum Spargel-Camping-Gericht. Dass es draußen munter weiter regnet, stört nicht.

Wir sind letztlich froh, das gesteckte Etappenziel trotz aller Widrigkeiten des Tages doch noch erreicht zu haben und wir sind dankbar für ein kostenloses Dach über dem Kopf für die erste Nacht dieser Tour.

So, what do you think ?